Gestalttherapie


Die Grundlage meines Angebots für Coaching, Beratung und Therapie sind die Gestalttherapie und die Theatertherapie. So können Sie sich mit meiner Unterstützung Ihrem Thema von unterschiedlichen Seiten nähern: Vom Gespräch bis zu den verschiedenen kreativen Techniken stehen Ihnen viele Wege zur Verfügung, um sowohl die Hintergründe Ihres Themas zu ergründen, als auch eine neue Sicht, eine Konfliktlösung oder eine gewünschte Veränderung zu erarbeiten.

Mein Hauptaugenmerk wird dabei immer auf Ihren Wünschen und Ihrem persönlichen Entwicklungsprozess liegen. Sie bestimmen die Herangehensweise und das Tempo.

An dieser Stelle möchte ich Ihnen einen kleinen Einblick geben, was Gestalttherapie beinhaltet. Da die Theatertherapie eine eigenständige therapeutische Methode ist, habe ich dafür auf der Seite “Theatertherapie“ weitere Informationen für Sie zusammengestellt.


Ursprünge der Gestalttherapie

Die Gestalttherapie gehört zu den humanistischen Therapieansätzen. Sie wurde in den 1950er Jahren von Fritz Perls, seiner Frau Laura Perls, Paul Goodmann und Ralph Hefferlin begründet und wurzelt in der Gestaltpsychologie, der Psychoanalyse, dem Psychodrama und der Körpertherapie.

Gewahrsein (Awarness) und Achtsamkeit

Der Begriff „Awarness“ umfasst sowohl bewusstes Wahrnehmen und Verstehen, als auch ein achtsames und erkennendes im Hier-und-Jetzt-Sein.
Meist werden in Schriften über Gestalttherapie die Begriffe Bewusstheit oder Gewahrsein für diese offene und nicht wertende, absichtslose Geisteshaltung verwendet.
Die Auseinandersetzung mit dem Existentialismus, östlichen Philosophen und Meditationstechniken wie dem Zen-Buddhismus sensibilisierten die Begründer der Gestalttherapie für diese Haltung. Denn nur in der Gegenwart, im Hier-und-Jetzt kann sich eine offene Gestalt aktualisieren und ein Veränderungsprozess beginnen.

Martin Buber und die Begegnung im „Ich-Du“

Vor allem Laura Perl wies immer wieder auf den Einfluss von Martin Buber auf die Gestalttherapie hin. Sie hatte in den zwanziger Jahren bei ihm studiert und seine Philosophie prägt bis heute das dialogische Verfahren der Gestalttherapie. So hat die Kontaktgestaltung, in der gegenseitiger Respekt und Eigenverantwortung eine wichtige Rolle spielen, eine zentrale Bedeutung. Sie ist getragen von der Anerkennung des anderen in seiner Einzigartigkeit und Würde. Mein Gegenüber ist kein Objekt, das lediglich in einer Funktion oder Rolle relevant ist, sondern ich begegne ihm als gleichwertigem Gegenüber, als „Ich-Du“.


Das Menschenbild der Gestalttherapie

Der Mensch wird in der Gestalttherapie als eine ganzheitliche Einheit aus Körper, Psyche und Geist betrachtet und sein Handeln wird immer in Zusammenhang mit seiner Umwelt gesehen.

Einheit von Körper, Psyche, Geist

Findet eine Veränderung in einem Teilbereich statt – sei es bei einer Einzelperson, sei es bei einem größerem System wie einer Familie – beeinflusst diese Veränderung das Gesamtsystem. Mittlerweile haben Forschungen der Neurowissenschaften die Wechselwirkung von Handeln, Fühlen und Denken des Menschen bestätigt. Verändere ich mein Handeln oder Denken, beeinflusst das meine Gefühle, wie auch das Denken die Gefühle und das Handeln.

Das Umfeld und seine Wechselwirkung

Unsere Persönlichkeit ist ein Zusammenspiel unserer körperlichen und psychischen Konstitution, der Erfahrungen die wir mit unserer Umwelt machen und gemacht haben und unseren persönlichen Möglichkeiten, mit diesen Parametern umzugehen. Ungelöste Situationen der Vergangenheit bleiben als „offene Gestalten“ zurück und beeinträchtigen die Gegenwart. Hier haben wir unsere Flexibilität und Fähigkeit zur kreativen Anpassung gegen starre, aber Sicherheit suggerierende Verhaltensmuster und Charakterzüge getauscht. Werden diese Muster zu starr und ecken wir damit bei uns selbst und/oder unserer Umwelt an, kann das zu Leid führen und letztlich zu dem Wunsch, diese Muster „los zu werden“.

Gesundheit als Flexibilität und Kreativität

Der Krankheitsbegriff ist im psychischen Bereich von jeher sehr umstritten. In der Gestalttherapie gibt es keine festgelegte Definition für „krank“ oder „gesund“, auch wenn Gestalttherapeuten durchaus psychische Krankheitsdefinitionen verwenden. Auf diese Weise können sie sich zum Beispiel mit Kollegen austauschen.
Gestalttherapeuten fragen, was ihre Klienten als leidvoll erleben und was sie aus eigener Kraft trotzdem nicht ändern können. Alle Verhaltensmuster werden dabei zum Zeitpunkt ihres Entstehens als sinnvoll und als kreativer Lösungsansatz gesehen. Trotzdem sind für den heute Erwachsenen alte Bewältigungsstrategien oft nicht zielführend. Die gewohnten Verhaltensmuster bestimmen die Kontaktgestaltung oft durch (negative) Erwartungen und Glaubenssätze und verhindern ein lebendiges Erleben der tatsächlichen Situation und des Gegenübers.


Die Praxis der Gestalttherapie

Mit der Unterstützung eines Gestalttherapeuten können die Ursachen der Leid auslösenden Muster und Charakterzüge erkannt und Wege zu befriedigenderen Verhaltensweisen erarbeitet werden. Wobei das Wie– Wie belastet eine Erfahrung oder Prägung aus der Vergangenheit mein heutiges Leben? –Wie erlebe ich etwas heute, wie habe ich es damals erlebt? – Wie will ich damit heute und zukünftig anders umgehen? – entscheidend ist.

Therapeutische Herangehensweise

Um (wieder) zu mehr Gewahrsein zu gelangen und das ganzheitliche Erleben zu fördern, greifen Gestalttherapeuten häufig auf Wahrnehmungsübungen, Rollenspiele oder andere kreative Methoden zurück. Sie dienen als Werkzeuge und ermöglichen oft ein schnelles und umfassendes Verständnis, das über ein rein sprachliches Verstehen weit hinausgeht. So kann auf allen Ebenen des Handelns, Denkens und Fühlens der Ursprung des leidvollen Erlebens herausgefunden werden und auch der Spielraum, in zukünftigen Situationen anders zu handeln, zu denken und zu fühlen.
Letztlich ist aber der Kontakt zwischen Klient und Therapeut entscheidend, so dass auch eine Gestalttherapie, in der nur Gespräche stattfinden, dem Klienten den Zugang zu den Wurzeln seiner Persönlichkeit ebnet.

Am Ende einer Beratung, eines Coachings oder einer Therapie steht die Erfahrung, sich selbst und seine Stärken und Schwächen besser zu kennen und wieder über mehr Flexibilität und Fähigkeit zur schöpferischen Anpassungen an die Anforderungen des Lebens zu verfügen.


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